Das Helden-Projekt

2009 begann die Zusammenarbeit zwischen der Schauburg, der Choreographin Johanna Richter und dem Verein „mitSprache.e.V”, der Jugendliche mit Migrationshintergrund in besonderer Weise unterstützt. Das Projekt „Helden” war der Beginn einer künstlerischen Patenschaft des Choreographen-Teams Johanna Richter und Volker Michl.

Die ersten „Helden” waren SchülerInnen aus den Übergangsklassen der Mittelschule am Winthirplatz.

Ziel war es in einer Arbeitsphase von sechs Monaten wöchentlich einmal auf freiwilliger Basis zu proben. Achtzehn SchülerInnen gingen auf dieses Projekt ein. Da das Ensemble selbst aus 15 verschiedenen Ländern stammte und die deutsche Sprache keine gemeinsame Verständigung sein konnte, wurde der Tanz, der Gestus, die allgemeine Körpersprache zum einzigen unmittelbar verständlichen Medium. 2010 hatte das erste Projekt unter dem Titel „Helden” Premiere.

Die Kontinuität der gemeinsamen Arbeit und das Erlebnis auf der Bühne wurde für die SchülerInnen eine so wertvolle Erfahrung, dass sich das Projekt auf Wunsch des Ensembles weiter fortschrieb und die Geschichte der Jugendlichen ging mit „Heldenträume” 2011 und „Heldentaten” 2012 weiter.

Diese Produktionen stießen auf große, sogar überregionale Resonanz. Sowohl „Helden”, als auch „Heldentaten” gewann beim jährlichen, Deutschland weiten Wettbewerb „Kinder zum Olymp” eine Auszeichnung für das beste Tanztheater in der Kategorie 5.bis 9.Schuljahr.

Nach dieser „Helden-Trilogie” ging ein Großteil des „Helden”-Ensembles auf weiterführende Schulen oder begann eine Ausbildung. So startete das Projekt erneut und eröffnete SchülerInnen aus anderen Übergangsklassen die Möglichkeit für eine künstlerische Zusammenarbeit.

2013 entstand das vierte gemeinsame Projekt „Zwei Jahre Ferien” mit einem 29 köpfigen Ensemble. 2014 das fünfte Stück „Eine Klasse für sich” mit einem wiederum neu gefundenen Ensemble von 16 SchülerInnen.

Das sechste und siebte Tanztheater fand in Kooperation mit der Mittelschule an der Alfonsstrasse statt. Eine komplette Übergangsklasse von 21 SchülerInnen erarbeitete 2015 „Von jetzt an!” und SchülerInnen aller siebten und achten Klassen standen 2016 mit„Erinnerungen an die Zukunft” auf der Bühne 

Das letzte Projekt in Zusammenarbeit mit der Schauburg entstand mit Schüler/innen der Ü-Klassen auf der Franz-Nissl-Schule und hatte im Mai 2017 unter dem Titel „Wir sind hier!” im Hoch X Premiere.

Ein afrikanisches Sprichwort sagt: „Um ein Kind groß zu ziehen, braucht es ein ganzes Dorf”.

Unser Dorf ist mit den Jahren stetig gewachsen.